Vinaora Nivo Slider 3.x

Aktuelles

Benefiz-Konzert 2019 - Einstimmung auf das Schützenfest

Benefiz-Konzert_2019

Die Schützengesellschaften sind ein nicht wegzudenkender Teil Ahrweilers, auch wegen ihres hohen sozialen Engagements. So erlebten rund 100 Gäste wieder ein Benefizkonzert des Tambourcorps der Bürgerschützen. Die Spielleute hatten in die Aula der Aloisiusschule eingeladen, und das gemeinsam mit dem Elitecorps der Bürgerschützen. Das Konzert war zugleich die letzte Veranstaltung zum 175-jährigen Bestehen des Elitecorps und die Gratulation der Spielleute an den Jubiläumszug. 

Das, was die Besucher am Ende in die Spendenkörbe gaben, kommt der Außensanierung der Pfarrkirche Sankt Laurentius zugute. Zu hören war in der Aula, was die Schützen am allerliebsten hören und was spätestens zum Schützenfest im Juni wieder durch die Straßen der Rotweinmetropole schallt: Marschmusik in all seinen Facetten. Nachdem Elitecorps-Zugführer Jürgen Appel begrüßt und zur Geschichte des Elitecorps ausgeführt hatte, übernahm Tambourmajor Jürgen Schmitz sowohl Taktstock, wie Mikrofon. Schmitz und seine Musikanten stimmten mit ihrem Konzert aufs nahe Schützenfest ein, der Tambourmajor gab zu jedem vorgetragenen Marsch interessante Erläuterungen. So starteten die Spielleute mit dem Schwedischen Kriegsmarsch und dem Finnländischen Reitermarsch, Musik aus dem 30-jährigen Krieg. Erst danach begrüßte man das Publikum musikalisch mit dem „Regimentsgruß". In mehrstimmiger Besetzung war der Kronprinzenmarsch von Johann Brussig zu hören, aus der Zeit der Befreiungskriege stammt der „Marsch der freiwilligen Jäger" und beim Deutschmeister Regimentsmarsch von Wilhelm August Jurek sang so manch ein Besucher leise mit. Jeder der vorgetragenen Märsche hatte seine eigene Geschichte oder passende Anekdote, sieht man einmal von „Airport" ab. „Dazu war nirgendwo etwas zu finden, der Komponist gab seinen Namen nicht preis, auch das Entstehungsdatum kennt niemand", musste selbst der Tambourmajor passen. 

„Preußens Gloria", „Hoch Heidecksburg" oder „Marsch der Medici", die Freunde der Schützengesellschaften und ihrer Musik hatten ihre helle Freude beim Konzert in der Aloisiusschule, bei dem das Tambourcorps am Ende noch einmal in die Vollen griff und den Marschmusik-Gassenhauern „Alte Kameraden" und „Laridah-Marsch" zum Abschluss mit dem „Torgauer Marsch" die Zug-Hymne des Elitecorps, darboten. Lang anhaltender Applaus war der Dank der Zuhörer.

  35 Aufrufe

175 Jahre Elitecorps

175_Jahre_Elitecorps

​Ein Jubiläum bei den Ahrweiler St. Sebastianus-Bürgerschützen wird gerne genutzt, um die Erfolge und Errungenschaften der langen Geschichte in Erinnerung zu rufen. Dunklere Kapitel anzusprechen, gehört mittlerweile aber auch dazu. Am Samstag feierte das Elitecorps, auf dessen Gründung im Jahr 1843 unter anderem die Uniformierung der Ahrweiler Schützen zurückgeht, sein 175-jähriges Bestehen.

Gleich nach dem Festgottesdient in St. Laurentius erinnerte der Vorsitzende und Offizier des Corps, Jürgen Appel, an, wie er es nannte „Besonderheiten der letzten 25 Jahre." In dieser jüngeren Geschichte des Corps mussten nach Appels Worten Hürden überwunden und Schwierigkeiten gemeistert werden, es gab Meinungsverschiedenheiten und harte Auseinandersetzungen. „Nach vorheriger zweimaliger Ablehnung durch die Schützengesellschaft haben wir, das Elitecorps und auch das Königsglied seit 1998, also seit 20 Jahren, endlich einen von der gesamten Schützengesellschaft gewählten Sprecher. Dadurch erhielten Königsglied und Elitecorps ein Mitsprache- und Abstimmungsrecht im Verwaltungsrat. Ein bedeutender Schritt in der Geschichte der Bürgerschützen." Appel bedauert, dass diese Ergänzung in den Annalen der Schützen nur am Rande und in einem einzigen Satz erwähnt werde, sei die Satzungsänderung doch mit der Neugründung des Leutnantsglieds 1965 gleichzusetzen. „Ich bin der Überzeugung, wenn die Schützengesellschaft die Anträge von Königsglied und Elitecorps wiederum abgelehnt hätte, wäre ein Riss durch die Bürgerschützen gegangen", so der Offizier des Elitecorps, der aber auch klar machte: „Zum Glück ist es anders gekommen."

Die positiven Folgen dauern an. Heute hat das Elitecorps eine Stärke von 70 Mitgliedern, viele von ihnen waren unter den zahlreichen Gästen beim Fest- abend im Helmut-Gies-Bürgerzentrum, wo die Rhein-Ahr-Spatzen zwischen den Festreden und Grußworten immer wieder mit anspruchsvoller Marsch- und Schützenmusik aufwarteten. Dabei wusste Bürgerschützen-Hauptmann Jürgen Knieps zu berichten, dass die Mitgliederzahl der Schützen aktuell auf 717 angewachsen sei, so viele wie noch nie in der Geschichte der Bürgerschützen. „Das ist ein Zeichen, dass die Schützentradition in unsere Zeit passt", so der Hauptmann, der als Jubiläumsgabe einen großen Korb voller Schützenwein mitbrachte. Knieps erinnerte an die Zeit der Gründung des Corps, in der Zivilgesellschaft und Staat vor einem Umbruch standen, weil das Bürgertum immer mehr Rechte einforderte. Die Verbindung zum heute sieht der Hauptmann darin, dass es auch aktuell Wandel und Veränderungen gebe, denen sich die Zivilgesellschaften jeder Epochen stellen müssen. Bürgermeister Guido Orthen stellte die Begriffe „Corpsgeist und Treue" aus dem Elitecorps-Lied als wichtige Indikatoren für das Leben und Handeln des Corps dar. Zudem habe das Wir-Gefühl, dass stark mache, Vorbildfunktion für die Gesellschaft. Die Treue zu dieser Gesellschaft sei eine Treue zu einem wertvollen Bezugsobjekt. Und auch der Kreisbeigeordnete Horst Gies betonte, dass das Corps die Werte der Schützen aktiv und demonstrativ nach außen vertrete. Burgundia Elena Platz und Ahrweinkönigin Annika Schooß sehen in dem Jubilar eine tragende Säule des Gemeinwesens.

Höhepunkt des Abends war die Festrede von Hans Günter Hörsch. Auch er erinnerte an die Strukturreformen im Verwaltungsrat, aber auch an die vielfältigen Feste und Jubiläen in der Kreisstadt, an das seit 1910 geführte Protokollbuch des Elitecorps, in dem früh festgelegt wurde, dass auch zu Beerdigungen von Corpsmitgliedern ein Musikzug aufzuspielen habe. Die vielfältigen Diskussionen zum Thema „Präsentieren" und die Berufung von Jürgen Appel zum Corps-Sprecher vor nunmehr 24 Jahren fanden Erwähnung im Festvortrag. Mit seinen angenommen Zukunftsperspektiven, bei Veranstaltungen der Schützen werde der Ausschank auf 0,3 Liter Wein begrenzt, Bürgerschützenkönige würden aber täglich eine Flasche Wein aus den Beständen erhalten, erntete er ebenso viel Gelächter, wie mit der Idee, interessierte Corpsbrüder mögen sich doch zum ehrenamtlichen Diakon ausbilden lassen, um den Präses zu entlasten. Es könnte allerdings auch anders kommen, so Hörsch, der zum Finale seines Festvortrags das Selbstverständnis des Elitecorps als die „Hidden Champions" der Bürgerschützengesellschaft betonte und dabei insbesondere den verdienten Mitgliedern Josef Ropertz, Werner Bergmann, Matthias Becker und Jürgen Appel für ihren Einsatz für das Elitecorps dankte.

  149 Aufrufe