Eine Tradition der Ahrweiler Schützen von Werner Schüller
Da es ja im Ahrtal auch französische Besatzung gab und bei uns im Dialekt noch viele französische Ausdrücke verwendet werden, könnte der Name auch hier in Ahrweiler aus dieser Zeit stammen. Allerdings wird das Ahrweiler „Franzbrötchen" nicht als süßes Feingebäck sondern wie ein normales Brötchen aus Brötchenteig gemacht. In Ahrweiler wird „Fraanzbrötchen" mit einem langen „a" ausgesprochen. Das Ahrweiler Franzbrötchen ist etwa doppelt so groß wie ein normales Brötchen. Immer am Patronatsfest und am Freitag nach Fronleichnam, dem Abend mit Damen in der Stadthalle, gibt es bei den Ahrweiler Bürgerschützen „Franzbrötchen" als Imbiss. Auch in diesem Jahr wurde der Abend des Patronatsfestes mit einem Franzbrötchen für jeden Schützenbruder, welches mit gekochtem Schinken belegt war, begonnen. Zur vorgerückten Stunde gab es ein weiteres dieser großen Brötchen, jetzt allerdings mit Käse belegt. So ist es Tradition und so soll es auch bleiben. Mit Schützenwein aus eigenem Anbau und Franzbrötchen lässt sich gut feiern. So wird diese Tradition weiter fortgeführt.
In diesem Jahr wurden die großen Brötchen in der Ahrweiler Bäckerei Jürgen Schmitz gebacken. Er ist auch selbst Mitglied der Ahrweiler Bürgerschützen. Wie schon seit Generationen kommen in die „Franzbrötchen" nur natürliche Zutaten wie Weizenmehl, Hefe, Malz und Salz, also keine Zusatzstoffe. Auch keine Backmischungen werden für den Teig verwendet. Das Rezept und die handwerklichen Kniffe hat Jürgen Schmitz von seinem Vorgänger Paul Sonntag, auch ein Schützenbruder, übernommen. Über die Jahre hat er an der Rezeptur und den einzelnen Arbeitsschritten gefeilt, bis es zum heutigen Ergebnis kam.